Es gibt neue Hoffnung: Bar-hopping mit 12 verschiedenen Leuten an einem Abend – um dabei vielleicht einen Partner zu finden.

Alle Jahre wieder … so murrt so mancher einsame single, wenn die Weihnachtszeit wieder beginnt.
In den Wintermonaten haben es singles nicht leicht. Es ist kalt und nass.
Alle bleiben am liebsten zuhause und
kuscheln sich mit dem Liebsten unter eine Decke und genießen
die Stunden zu zweit.
Wie soll man da jemanden finden? Nur zu verständlich, dass Weihnachten
und Silvester die unbeliebteste
 Zeit für singles ist. Denn keiner steht gerne allein dabei, wenn sich
alle Paare beim Schmettern des „ Oh du Fröhliche“
unter dem Weihnachtsbaum verliebt in die Arme
schliessen – oder sich Punkt Mitternacht an Silvester küssen. Allein an Weihnachten und Silvester
–  das trifft derzeit einen Prozentsatz von 17,1 % unser Bevölkerung. Denn es gibt in Deutschland
37,2%  single-Haushalte. Rico Hetzschold hat es sich zur Aufgabe gemacht das zu ändern.
Er gründete 2013 die Veranstaltungsreihe
 Face to Face  Events. Hier trifft man sich bundesweit
in allen Städten und kann noch vor den Festtagen 
einen  Partner finden  – mit dem man dann
Weihnachten und Silvester zu zweit genießen kann. Das Prinzip ist ganz einfach: online anmelden
und zum event gehen. Partnersuchende singles werden
nach der online Anmeldung in  altershomogene
Gruppen zusammengefasst. 
Sechs Singles treffen sich dabei in einer Bar und bleiben für 1,5 Stunden
beisammen. Anschließend wechselt
man zu zweit die Location und trifft wieder vier neue Leute.
Nach drei Runden findet das große Abschlusstreffen
mit allen Teilnehmern statt. Finden sich die singles
interessant, können sie sich weiter verabreden oder bei
 Übereinstimmung online ein Date organisieren lassen.

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Rico Hetzschold (F2F-Datingexperte) Gründer von Face to Face Dating und stand uns für ein Interview Rede und Antwort.
 
Wann und wie kam der Entschluss, F2F auf die Beine zu stellen?
Rico Hetzschold:  Der Entschluss kam Anfang 2012. Ich betreibe seit 2005 die Partnerbörse altersvorsprung.de,
finde das Online-Dating aber persönlich uninteressant. Hier verbringt man viel Zeit, um am Ende
jemanden zu treffen,  der nicht hält was er versprochen hat. Die Enttäuschung ist beim ersten Date meist groß.
So geht es auch vielen in meinem Freundeskreis. Als ich mich beim Offline-Dating umgeschaut habe,
habe ich festgestellt, dass nichts meinen Vorstellungen entsprach.
Ich wollte weder kochen, noch speed-daten. Daher habe ich was Eigenes auf die Beine gestellt.

Welche Art von Menschen nimmt an Face to Face Dating Events teil?
Neugierige – schüchterne – die auf der Suche nach Abenteuer sind ?

Rico Hetzschold: Es ist natürlich schwer alle über einen Kamm zu scheren. Jeder Mensch ist ja anders.
Grundsätzlich nehmen aber aufgeschlossene Menschen teil, Menschen die vom Online-Dating genug haben.
Die schüchternen Menschen trauen sich meist nicht, weil man an einem Abend so viele neue Leute trifft.

Es gibt viele Dating-Varianten   – was zeichnet dieses Format aus? 
Rico Hetzschold:  Wir sind kein echtes Dating. Es gibt keine 1 zu 1 Situationen.
Es sitzen immer 6 Personen an einem Tisch. Das macht es gleich entspannter. Zudem trifft man viele neue Leute,
mindestens 12 an einem Abend. Man kann auch zum Face-to-Face kommen, um seinen Freundeskreis
zu erweitern und dann vielleicht indirekt den Traummann  oder die Traumfrau zu treffen.
Die meisten Paare lernen sich auch heute noch über Freunde kennen.

Warum haben Sie eine  Gruppenstärke von 6 Personen gewählt und nicht 8 oder 10?
Rico Hetzschold: 6 ist eine gute Gruppenstärke um sich mit allen Leuten am Tisch unterhalten zu können.
Bei 10 Personen sitzt man zu weit auseinander und kann nicht mehr alle am Tisch kennenlernen.
Wir wollen, dass es eine angenehme Runde ist bei der man ausreichend Zeit hat alle kennen zu lernen.
Dafür ist 6 ideal.



Sie ihre Kunden beim Kennenlernen auf sich gestellt – oder ist ein 
”Eisbrecher” von Veranstalter Seite dabei?
Rico Hetzschold:Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es keinen Eisbrecher braucht.
Wenn wir dabei sind, stören wir nur das kennenlernen, da sich alle auf uns konzentrieren.
Die Leute wollte genau das ungezwungene. Wir haben jede Menge Beispiele für Gesprächsthemen und
Kennenlernspiele zum Ablaufplan, den wir an die Teilnehmer versenden, beigefügt. Unsere Erfahrung zeigt aber,
dass auch dies nicht notwendig ist. Die Neugier ist am Anfang einfach groß, die anderen kennen zu lernen.

Wieviel Prozent finden einen Partner?
Rico Hetzschold: Es matcht bei 13% der Teilnehmer. Klingt niedrig, da man sich aber in Echt sieht
und kennenlernt ist das sehr gut. Beim Online-Dating ist die Erfolgsrate ein Date zu bekommen höher.
Dann hat man sich aber noch nicht in Echt gesehen. Hier liegt dann beim Online-Dating genau das Problem.
Häufig kann man dann jemanden nicht riechen oder mag nicht die Art wie er/sie sich kleidet oder bewegt.
Oder er/sie ist älter oder kleiner als im Profil angegeben. Das alles gibt es beim F2F-Dating nicht.
Beim F2F sieht man echte Profilbilder, quasi 360 Grad Selfies, man kann reden statt schreiben und
Fakeangaben zu sich selbst machen wenig Sinn

Sind alle auf Partnersuche oder machen sie es just for fun und um 
neue
locations oder neue Leute kennen zu lernen?

Rico Hetzschold: Die meisten sind auf Partnersuche. Da man sich als 2er-Team anmelden kann,
sind aber auch mal die beste Nicht-Single-Freundin/Freund zur Unterstützung dabei.
Das sind unserer Erfahrung nach, aber nur ca. 5% der Teampartner.

Was ist besser: Gemeinsam mit einer Freundin zum Face-to-Face-Dating zu gehen oder sich einen Aktionspartner zuteilen zu lassen?
Rico Hetzschold:  Meldet man sich alleine an, trifft man eine Person mehr und kann das Geschlecht
der Person wählen.Meldet man sich als Team an, hat man jemanden dabei dem man vertraut und
mit dem man sich auch über einen Mann oder eine Frau im Nachgang unterhalten kann.
Das muss also jeder selbst entscheiden. Da gibt es kein besser oder schlechter.
Ich persönlich würde mich jedoch alleine anmelden, weil man mit dem Teampartner oft
ein besonderes Verhältnis aufbaut. Hier matcht es häufig.

Was, wenn keiner der Teilnehmer sympathisch ist? Muss man sich dann durch den Abend quälen?
Rico Hetzschold: Dass bei so vielen Teilnehmern keiner dabei ist den man sympathisch findet, ist unwahrscheinlich.
Es wird aber vorkommen, dass man niemanden als potenziellen Partner interessant findet.
Dann liegt es immer an einem selbst, ob man mit Neugier andere Menschen kennenlernen
möchte und ggf. seinen Freundeskreis erweitert oder ob man enttäuscht nach Hause geht.

Welche Ziele haben Sie für die Zukunft? 
Rico Hetzschold:  Wir sind aktuell in 30 deutschen Städten und werden nächstes Jahr
10 weitere Städte hinzunehmen. Wir wollen weiter wachsen und den deutschen
Dating-Markt verändern. Wir wollen, dass die Leute wieder Spaß am Dating
haben und den Partner bei uns suchen.

Mehr Infos finden Sie auf der Homepage von Face to Face.

 

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